MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN

Kinoworkshop im ARRI Kino mit dem Regisseur Marc Rothemund (Donnerstag, 30. März 2017, 13.30-16 Uhr)

mein.blind.date.mit.dem.leben (150)(Deutschland 2016) 111 Min, FSK: o.A.; empfohlen ab 14 Jahren (ab 9. Klasse); Spielfilm; Verfilmung der gleichnamigen Auto- biografie von Saliya Kahawatte; Regie: Marc Rothemund; mit: Kostja Ullmann, Anna Maria Mühe, Jacob Matschenz, Johann von Bülow, Alexander Held, u.a.; Produktionsfirma: Ziegler Film; barrierefreie Kinofilmfassung (www.gretaundstarks.de);

Anknüpfungspunkt ist vor allem das Thema Inklusion, vor dem Hintergrund der Behindertenrechtskonvention (BRK /„Überein-kommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“) und deren Umsetzungsplänen, u.a. auch auf lokaler Ebene, wie hier in München: www.muenchen-wird-inklusiv.de .

Inhalt: Eine aufregende Karriere im Luxus-Hotel – das ist der langgehegte Traum von Saliya (Kostja Ullmann). Doch für jemanden, der fast blind ist, könnte nichts unwahrscheinlicher sein. Aber seinen Traum aufzugeben, kommt nicht in Frage, und so schickt Saliya eine Bewerbung an ein 5-Sterne-Hotel – ohne sein Handicap zu erwähnen. Überraschenderweise funktioniert der Bluff aber tatsächlich und er bekommt eine Stelle in einem Luxus-Hotel in München. Niemand ahnt etwas von seinem Geheimnis, nur sein Freund Max (Jacob Matschenz) erkennt bald, was es mit Saliya auf sich hat und hilft ihm, jede noch so schwierige Lage zu bewältigen. Wenn alle anderen Feierabend machen, übt Saliya bis in die Nacht die für seine Kollegen einfachsten Handgriffe, bis er sie „blind“ beherrscht. Doch als er sich in Laura (Anna Maria Mühe) verliebt und durch sie in eine unvorhergesehene Situation gebracht wird, scheint alles, was er sich vorgenommen hat, zusehends aus den Fugen zu geraten. (Quelle: Filmwebseite)

marc.rothemund (150)Zur Person: Marc Rothemund, geboren 1968, arbeitete als Regieassistent u.a. mit Helmut Dietl, Dominik Graf und Gérard Corbiau. Für sein Regiedebüt „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ erhielt er 1998 den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsregisseur. Sein zweiter Kinofilm, die Pubertätskomödie „Harte Jungs“, gehörte 1999 mit 1,7 Millionen Zuschauern zu den erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres. Sein Kinofilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (2005) über die Widerstandskämpferin Sophie Scholl wurde mit zahlreichen deutschen und internationalen Preisen geehrt. Weitere Filme folgten, u.a. „Heute bin ich blond“ (2013), nach der Autobiografie der niederländischen Autorin Sophie van der Stap. Sein aktuelles Filmprojekt ist die Verfilmung des Romans DIESES BESCHEUERTE HERZ von Daniel Meyer und Lars Amend, mit Elyas M’Barek in der Hauptrolle, eine Produktion der Constantin Film und der Olga Film (Drehbuch: Andi Rogenhagen und Maggie Peren).

Bilder: Siehe Filmwebseite (www.meinblinddatemitdemleben.de) unter „Galerie“

Pädagogischer Anknüpfungspunkt ist vor allem das Thema Inklusion. Eindrucksvoll zeigt der Film, wie ein junger Mann trotz seiner Behinderung um Gleich-berechtigung, Anerkennung und Selbstständigkeit kämpft. Durch die komödiantischen Zuspitzungen und Übertreibungen kann der Film durchaus zum Nachdenken anregen, was Inklusion bedeuten sollte. Im Film sieht Saliya den einzigen Ausweg darin, seine Behinderung zu verbergen und sich so einen Ausbildungsplatz zu erschleichen, den man ihm ansonsten nicht gegeben hätte. Der Betrug hat jedoch Folgen. Besser wird es erst, als Saliya sich zu seiner Behinderung bekennt – und nicht wie erwartet Ablehnung, sondern Anerkennung erfährt. Zu sich selbst zu stehen wird so zu einer Kernbotschaft des Films. (Quelle: www.kinofenster.de)

Was ist Inklusion?

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion. Einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung von Inklusion markiert die UN-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland im Jahr 2009 in Kraft trat. Damit sind die Forderungen des internationalen Übereinkommens rechtlich verankert. Eine Konvention ist ein Übereinkommen, das von Menschen oder Staaten einvernehmlich eingehalten wird. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde Ende 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet. Zentrale Ziele sind Teilhabe, Selbstbestimmung und uneingeschränkte Gleichstellung. Deutschland und derzeit 170 weitere Länder bekennen sich zur UN-Konvention und haben sich mit ihrer Unterzeichnung dazu verpflichtet, sie umzusetzen. (Quelle: www.aktion-mensch.de)

Maßnahmen zur Inklusion

Nationaler Aktionsplan (Bundesministerium für Arbeit und Soziales): Das Bundeskabinett verabschiedete am 28. Juni 2016 die zweite Auflage des Nationalen Aktionsplans zur UN-Behindertenrechtskonvention – kurz NAP 2.0. Mit dem NAP 2.0 treibt die Bundesregierung die Inklusion von Menschen mit Behinderungen durch gezielte Maßnahmen auf der Bundesebene weiter voran. Er soll dazu beitragen, dass Inklusion als in allen Lebensbereichen zu berücksichtigendes Prinzip Einzug hält. Für Menschen mit Behinderungen bedeutet Inklusion vor allem, Bedingungen vorzufinden, damit sie ihren Aufenthaltsort wählen und entscheiden können, wo und mit wem sie leben, ihre Begabungen und Fähigkeiten ein Leben lang voll zur Entfaltung bringen können und ihren Lebensunterhalt durch frei gewählte oder angenommene Arbeit verdienen können. (Quelle: www.gemeinsam-einfach-machen.de)

Aktionsplan für ein inklusives Bayern (Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration): Für Bayern hat die Behindertenpolitik schon immer einen hohen Stellenwert. Vieles, was die UN-Behindertenrechtskonvention beschreibt, ist in Bayern bereits Wirklichkeit. Zum Beispiel das Bayerische Behindertengleichstellungs-gesetz (BayBGG), das Bayern als eines der ersten Länder in Deutschland 2003 in Kraft gesetzt hat. Im Zentrum steht der Paradigmenwechsel von der Fürsorge und Versorgung hin zur gleichberechtigten Teilhabe. Für die zügige Umsetzung der UN-Behindertenrechts-konvention hat der Freistaat Bayern den Bayerischen Aktionsplan erarbeitet. Dabei war und ist der Austausch mit Verbänden und Organisationen von Menschen mit Behinderung von besonderer Bedeutung.
Schwerpunkte des Bayerischen Aktionsplans:
– Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung für die Belange von Menschen mit Behinderung und die Achtung ihrer Rechte, ihrer Würde und ihrer Fähigkeiten.
– Inklusive Bildung auf allen Ebenen, begonnen in der frühesten Kindheit.
– Die Teilhabe am Arbeitsleben. Hierzu enthält der Bayerische Aktionsplan viele Maßnahmen und Programme.
– Die Beseitigung doppelter Diskriminierung von Mädchen und Frauen mit Behinderung, z. B. mit Maßnahmen zur Gewaltprävention und -intervention.
– Maßnahmen zur Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen – von öffentlichen Transportmitteln bis zur Informationsbeschaffung.
– Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe zu einer personenzentrierten Teilhabe-leistung sowie Kostenbeteiligung durch den Bund an der Eingliederungshilfe als   gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
(Quelle: www.inklusion.bayern.de)

Der städtische Aktionsplan (Landeshauptstadt München, Sozialreferat): Fachleute aller städtischen Referate haben gemeinsam den 1. Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erarbeitet. Auch der Behindertenbeirat und der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München waren beteiligt. Um die Vorgaben der UN-BRK umfassend umzusetzen, wurden die verschiedenen Themenbereiche der Konvention auf sechs Arbeitsgruppen aufgeteilt. Das Ziel des Aktionsplans ist die Inklusion, also die volle gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen in allen Lebens-bereichen. Die Maßnahmen und Zielsetzungen, welche die Umsetzung der UN-BRK in der Landeshauptstadt München befördern, sind als Grundlagen zu verstehen, welche den Boden für ein inklusives Gemeinwesen bereiten sollen. (Quelle: www.muenchen-wird-inklusiv.de)

Weiterführende Links:

Filmwebseite (mit Unterrichtsmaterialien): www.meinblinddatemitdemleben.de
Filmverleih: www.studiocanal.de
Filminformationen: www.filmportal.de

Saliya Kahawatte: www.saliyakahawatte.de
Buchvorlage ‚Mein Blind Date mit dem Leben – Als Blinder unter Sehenden. Eine wahre Geschichte‘: www.luebbe.de

Informationen zum Thema Inklusion und zur UN-Behindertenkonvention (UN-BRK)
UN-Behindertenrechtskonvention: www.behindertenrechtskonvention.info
Deutsches Institut für Menschenrechte in Berlin/Monitoring-Stelle UN-BRK: www.institut-fuer-menschenrechte.de / www.inklusion-als-menschenrecht.de

24 FILMSCHULE (Regie): www.vierundzwanzig.de

Flyer: KW.MEIN.BLIND.DATE.MIT.DEM.LEBEN (30.03.2017)

programm_gefoerdertEintrittspreis: 5 Euro / 4 Euro für Schüler und Begleitpersonen ARRI Kino, Türkenstr. 91, MVV: U3/U6 Universität, Bus 154 Reservierung: Tel. 38899664 oder info@treffpunkt-filmkultur.de

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