MARIE CURIE

marie_curie-150Kinoworkshop im ARRI Kino mit der Regisseurin Marie Noëlle (Mittwoch, 14. Dezember 2016, 14-16.30 Uhr)

(Deutschland /Belgien /Frankreich /Polen /Schweiz 2015); 100 Min.; FSK ab 6 Jahre (empfohlen ab 12 Jahre); Drama; Spielfilm; Biopic; Regie: Marie Noëlle; Drehbuch: Marie Noëlle, Andrea Stoll; Kamera: Michal Englert; mit: Karolina Gruszka, Arieh Worthalter, Charles Berling, u.a.; Produktionsfirmen: P’Artisan Film (München), Pokromski Studio (Warschau), Glory Film (München); in Koproduktion mit: Perathon Film, Schubert International, Climax Films, Sépia Production, Bayerischer Rundfunk, BNP Paribas Fortis Film Finance, Five Office Ltd.; FBW Prädikat besonders wertvoll;

Inhalt: 1903 erhält die Wissenschaftlerin Marie Curie (Karolina Gruszka) als erste Frau gemeinsam mit ihrem Mann Pierre den Nobelpreis für Physik. Nur kurze Zeit später, mit gerade Mitte dreißig und als junge Mutter zweier Kinder, verliert sie Pierre durch einen tragischen Unfall. Dennoch geht sie ihren Weg unerschütterlich weiter, setzt in einer von Männern dominierten Welt ihre gemeinsamen Forschungen alleine fort und erhält als erste Frau einen Lehrstuhl an der Pariser Sorbonne. Als sie sich dann, nach einer langen Zeit der Trauer um ihren geliebten Mann, in den verheirateten Wissenschaftler Paul Langevin verliebt und sich auf eine Affäre mit ihm einlässt, löst sie einen heftigen Skandal aus. Denn just in dem Moment, als ihr der zweite Nobelpreis zuerkannt werden soll und die ehrwürdige Académie des sciences über die Aufnahme Marie Curies in ihren Kreis berät, klagt sie die Pariser Presse – auch auf Betreiben von Pauls rachsüchtiger Ehefrau – öffentlich als Ehebrecherin an. Im vollen Glanze ihres Ruhms wird Marie Curie zum Ziel übler Diffamierungen und muss bitterlich erfahren, wie unvereinbar Vernunft und Leidenschaft sein können…

Bilder: (Zum Vergrößern anklicken.)

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Anknüpfungspunkte für die pädadogische Arbeit (Filmtipp Vision Kino):

Der Film ist für die Schulfächer Physik und Chemie prädestiniert – Fächer, die selten ihren Platz in der Filmbildung finden. Leidenschaft und Beharrlichkeit in der wissenschaftlichen Arbeit werden im Film erfahrbar gemacht und können erstens als Phänomen an sich und zweitens in ihrer filmästhetischen Umsetzung diskutiert werden. Themen sind aber auch die Gleichberechtigung der Frau in der Wissenschaft, etwa in der Auseinandersetzung um eine Professur oder in der Skandalisierung der Beziehung zwischen Marie Curie und einem verheirateten Wissenschaftler. Sehr gut geeignet sind ebenfalls Passagen, die sich mit wissenschaftsethischen Fragen beschäftigen, wie z. B. der Gefahr des Missbrauchs von Forschungsergebnissen. Weitere Anknüpfungspunkte sind die im Film geäußerte Kritik am damaligen Schulsystem (im Vergleich zu heute) und nicht zuletzt der Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen.

Geeignet für den Schulunterricht ab der 9. Klasse

Unterrichtsfächer: Physik, Chemie, Deutsch, Ethik, SoWi/Politik, Geschichte, Philosophie, SoWi/Politik

Themen: Gender, Frauen, Rollenbilder, Emanzipation, Anerkennung, Familie, Trauer / Trauerarbeit, Wissenschaft und Forschung, Wissenschaftsethik, Verantwortung, Freiheit, Werte, menschliches Handeln, Gerechtigkeit, Bildung/Bildungssystem, Nobelpreis, Radioaktivität, Krebsbehandlung, Atome, chemische Elemente.

Lehrplan Physik Bayern:
Gymnasium (Jahrgangsstufe 9): www.isb-gym8-lehrplan.de
Mittelschule (Jahrgangsstufe 9 /9.3.4 Radioaktivität): www.isb.bayern.de
Realschule (Jgst. 10 /Ph 10.2 Einführung in die Atom- u. Kernphysik): www.isb.bayern.de
Lehrplan Chemie Bayern:
Gymnasium (Fachprofil /Jgst. 8/9/10/11): www.isb-gym8-lehrplan.de
Gymnasium (Jahrgangsstufe 9 /NTG): www.isb-gym8-lehrplan.de
Gymnasium (Jgst. 9 /SG/MuG/WSG): www.isb-gym8-lehrplan.de
Mittelschule (Jgst. 9 /Physik/Chemie/Biologie): www.isb.bayern.de
Mittelschule (Jgst. 10 /Physik/Chemie/Biologie M10): www.isb.bayern.de
Mittelschule – Lehrplan Plus (Natur u.Technik/Fachprofil): www.lehrplanplus.bayern.de
Mittelschule – Lehrplan Plus (Natur und Technik M9): www.lehrplanplus.bayern.de
Mittelschule – Lehrplan Plus (Natur und Technik R9): www.lehrplanplus.bayern.de
Realschule (Jgst. 10 ): www.isb.bayern.de
Realschule (Jgst. 9 ): www.isb.bayern.de

440px-marie_curie_c1920-150Zur Person: Marie Curie wurde im November 1867 als Maria Skłodowska in Warschau geboren und wuchs in der zu dieser Zeit russischen Provinz Weichselland auf. Da Frauen dort nicht an der Universität zugelassen waren, studierte sie Physik und Mathema- tik an der Pariser Sorbonne. Schwerpunkt ihrer anschließenden wissenschaftlichen Tätigkeit bildete die Erforschung der 1896 von Henri Becquerel beobachteten Strahlung von Uranverbindungen, für die sie den Begriff „radioaktiv“ prägte. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und wissen-schaftlichen Mitstreiter Pierre Curie erhielt sie 1903 den Nobelpreis für Physik. Gemein- sam entdeckten sie auch die chemischen Elemente Polonium und Radium, 1911 erhielt sie – nach dem Tode Pierres im April 1906 alleine – den Nobelpreis für Chemie. Bis heute ist Marie Curie die einzige Frau unter den vier Mehrfach-Nobelpreisträgern und neben Linus Pauling die einzige Person, die auf zwei unterschiedlichen wissenschaftlichen Gebieten mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Nach dem Tod Pierres wurden Marie Curie 1906 dessen Lehraufträge übertragen. 1908 wurde sie auf den für ihn geschaffenen Lehrstuhl für Allgemeine Physik berufen. Sie war die erste Frau, die als Professorin an der Sorbonne lehrte. Marie Curie starb im Juli 1934.

noelle-marie-01-150Zur Person: Marie Noëlle wächst in Frankreich als Tochter einer spanischen Mutter und eines französischen Vaters auf. Sie studiert Mathematik bevor sie 1982 als Drehbuchautorin, Schriftstellerin und Filmemacherin tätig wird. 1979 beginnt ihre Zusammenarbeit mit Peter Sehr, mit ihm gründet sie 1988 die P‘Artisan Filmproduktion. Es entstehen u.a. die Filme DIE FRAU DES ANARCHISTEN (2007) und LUDWIG II. (2012). Seit 2008 ist sie Gastdozentin an der Drehbuchwerkstatt München und an der Filmakademie Baden-Württemberg. Dort betreut sie im Rahmen des von Peter Sehr ins Leben gerufenen Ateliers Ludwigsburg-Paris junge europäische Filmproduzenten während ihrer Ausbildung in Deutschland und Frankreich. Marie Noëlle initiert Diskussionsrunden an Schulen, Universitäten und im Kino und ist Mitbegründerin der Initiative Treffpunkt FILMKULTUR im ARRI Kino. Sie repräsentiert den Regieverband als Gremienmitglied der Deutsch-Französischen Abkommenskommission der FFA und ist Mitglied der Europäischen und der Deutschen Filmakademie. Mit ihrem Film verbindet Marie Noëlle ein sehr persönliches Interesse an Marie Curie: „Sie war das Idol meiner Jugend und hat mich zu meinem Mathematik-Studium inspiriert.“

Aus dem Interview mit Marie Noëlle (Auszug aus dem Presseheft) – „Was für einen Menschen haben Sie entdeckt? Wie würden Sie Marie Curie charakterisieren?“
„Als eine freie Frau. Die Freiheit des Geistes, die ihre gesamte Vita bestimmt, hat mich schwer beeindruckt. Marie Curie ging stets aufrecht und aufrichtig durchs Leben. Sie hat sich nie irgendwelchen Konventionen gebeugt. Dabei war sie sich ihrer Verantwortung wohl bewusst: Ihr Handeln war getragen von der Überzeugung, dass jemand, der wissenschaftlich begabt ist, auch die Pflicht hat, sein Leben der wissenschaftlichen
Arbeit zu widmen – zum Wohle der Menschheit. Ihre Verantwortung als Mutter hat sie
ebenfalls sehr ernst genommen: Sie hat auch ihre Töchter zu freiem Denken erzogen. Es war ihr wichtig, ihnen eine humanistische Bildung zu vermitteln. Gemeinsam mit befreundeten Wissenschaftlern hat sie an der Sorbonne eine Lernkooperative gegründet, in der sie ihre Kinder selbst unterrichtet haben. Dabei wollte sie ausdrücklich kein Nachplappern von auswendig gelernten Theorien, sondern gelebte Wissenschaft,
um das kreative Denken zu fördern. Denn sie wusste, dass man die Zusammenhänge am besten versteht, wenn man Experimente selbst durchführt. … “

Weiterführende Links:

Filmproduktion: www.partisanfilm.de
Filmwebseite: www.mariecurie-derfilm.de
Filmverleih: www.nfp-md.de
Deutsches Filmportal: www.filmportal.de

Kinofenster – das Online-Portal für Filmbildung: www.kinofenster.de

Filmtipp Vision Kino: www.visionkino.de

Infos zu Marie Curie:
www.dhm.de
www.institut-curie.org
Nobelpreis 1903: www.nobelprize.org
Nobelpreis 1911: www.nobelprize.org

Infos zur Kernphysik:
https://de.wikibooks.org
TU München: www.ph.tum.de

Presseheft: mc_presseheft_03

24 FILMSCHULE (Regie): www.vierundzwanzig.de

Flyer: kw-marie-curie-14-12-2016

 

programm_gefoerdertEintrittspreis: 5 Euro / 4 Euro für Schüler und Begleitpersonen ARRI Kino, Türkenstr. 91, MVV: U3/U6 Universität, Bus 154 Reservierung: Tel. 38899664 oder info@treffpunkt-filmkultur.de

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